3XPG

 

3XPG (2012) for 3 performers and live mixed tape
WP 4. 2. 2012, Visp, Ensemble Phoenix Basel

 

 

 

3XPG (nomination), 2012

aktionen für 3 spieler und live-zuspielband
commissioned by Forum Wallis and Ensemble Phoenix Basel
Duration: 12'
Manuscript / CD

 

Erläuterungen

Einführung

'3XPG (nomination)' wurde für die Triobesetzung des Ensemble Phoenix Basel mit Jürg Henneberger, Christoph Bösch und Daniel Buess 2011/12 geschrieben. '3XPG' steht für '3x (drei Mal) prix garanti' - in spielerischer Anlehnung an das Budget-Label des Schweizer Grossisten Coop. Das Stück besteht aus Aktionen zum Thema Namensgebung, Nomination, Nominierung: 3 Spieler betreten von links die Bühne, entfalten je eine halbdurchsichtige Plastikfolie, formen diese zum Anfangsbuchstaben eines realen oder fiktiven Vornamens, breiten die Folie wieder auf der Bühne aus, wickeln sich darin ein und rollen nach rechts von der Bühne. Dazu erklingt ein Zuspielband mit einer Collage von Geräuschen verschiedener Reinigungsgeräte, kombiniert mit einer synthetischen Tonspur, in welcher Melodiematerial des Kirchenliedes 'Also hat Gott die Welt geliebt' (Joh 3,16) verarbeitet wird. '3XPG (nomination)' dauert etwa 10 Minuten.

Allgemeine Erläuterungen

Das Zuspielband ist als Audio-CD der Partitur beigelegt. Dessen Länge beträgt 10'20''. Benötigt werden 3 Plastikfolien (Bau-Abdeckplanen) mit den Massen 5 x 4 m. Um die Folien nebeneinander ausbreiten zu können, ist vorzugsweise eine Bühne von minimal 15 Metern Breite erforderlich.

Choraltext (Melodie identisch mit: Lobt Gott ihr Christen allzugleich)

(Joh 3,16)
Also hat Gott die Welt geliebt
Daß er seinen eingebornen Sohn gab,
Auf daß alle, die an ihm glauben,
Nicht verloren werden,
Sondern das ewige Leben haben.

 

Assoziationsfelder

Die folgenden Assoziationsfelder haben zuweilen - und dies ist beabsichtigt - durchaus auch absurde Züge.
--- Der Name als Hülle, als Kleid und Rolle, die gegeben ist und gewechselt werden kann. Wer bin ich? Zu was werde ich konditioniert? Wer will ich sein?
--- Die Namenshülle (Plane) wird entpackt, geformt, übergestülpt.
--- Die Plane ist semitransparent, das heisst, dass der Körper unter der Plane noch zu erkennen ist, wenn auch schemenhaft - ist ein Name eine Verhüllung des Wesens? Verhülle ich mich, indem ich mir einen Namen gebe?
--- Eine Namenshülle ist fragil, in Analogie zur Materialität der Plane.
--- Im Stück sind die noch nicht benamten Interpreten fähig zu gehen, stehen, zu laufen. Sobald diese benamt sind, liegen, kriechen sie und winden sich am Boden, dem Ersticken nahe, sie rollen in der Rolle.
--- Indem die Interpreten mit der Plane ihre Initialen formen, ist ihr Name metaphorisch formbar, die Plane als Haut ist formbar.
--- Der Name/die Nomination ist billig (die Plane ist aus Billigmaterial). Die Nomination ist mit einem garantierten Preis (Prix Garantie-Label) verknüpft, und sei es nur mit einem - billigen - Verkaufspreis. Selbstwerdung als Preisausschreiben.
--- Der Name als Schutz
--- Der verwendete Choral ist ein Adventschoral und als solcher mit Weihnachten und dem Auspacken der Geschenke assoziativ verbunden - der Name als Geschenk - Auspacken mit Preisgarantie, oder mit garantiertem Preis.
--- Menschwerdung als Nomination (im Gegensatz offenbart sich der biblische Gott/Jahwe den Menschen namenlos als reine Existenz, im Stück auch gespiegelt an der Verwendung ungemischter Grundfarben als Metapher für einen namenlosen Urzustand).
--- Einfalt - dreifältige Vielfalt im Auffalten der Plane.

JH, im Januar 2012

 

Video

 

 

Highlights

Forum Wallis, Theater La Poste Visp (UA)
Berlin, Festival Randspiele

 

Notenbeispiel

 

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